Hamburger Abendblatt

Wacken 2011

Ha, Erster!

7. August 2011

Während Kollege True darüber nachdenkt, ob die Putzfrau den Südflügel seines Palasts nicht doch noch einmal durchfeudeln sollte und allerlei vielbeinige Untermieter vertreibt, sitze ich bereits neben meinen komplett verstauten Sachen. Die angenehmerweise trocken geblieben sind.
Der Regen, der in der vergangenen Nacht noch ein fulminantes Gastspiel gab, hat inzwischen Pause. Wahrscheinlich sitzt er irgendwo Backstage und langweilt sich. Ganz im Gegensatz zu den Abbaucrews, die fleißig dabei sind, aus Wacken wieder das zu machen, was es 51 Wochen im Jahr ist: ein beschauliches Dörfchen.
Bis 2012 Wacken, Rain Or Shine! (josi)

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Das ist nicht unser Lager, aber ein hübsches Bild, oder?

Ungeplante Erfrischung

7. August 2011

Der schon ziemlich übertrieben starke Schauer, der gerade herunterkommt, dürfte Children Of Bodom und
Eläkelaiset, den beiden Bands die zusammen mit Subway To Sally als Straßenfeger für die großen Bühnen fungieren, ihre Aufgabe leichter machen. Ich würde ja nachgucken, wie viele Leute noch im Infield ausharren, aber das ist doch – bei aller Neugier – etwas arg viel Nass von oben. (josi)

Nachtrag: Habe ich Schauer geschrieben? Ich meinte ambitionierter Landregen.

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Lauter, schneller, besser, weiter

7. August 2011

Alter Mann, Du hast es immer noch drauf. Du hast dem Hard Rock – meinethalben auch dem Rock’n’Roll – ein Gesicht gegeben, eine Jack-Daniels-geschwängerte Stimme.
Zwischen all den achsobösen Jungspunden stichst Du heraus wie ein volles Bier in einem ansonsten leeren Kasten. Du bist dreckig wie Schuhsohlen nach vier Tagen Festival, ordinärer als ein ganzes Lager Stammtischmetaller und lauter als die Heilsarmee in vollem Bekehrungsmodus.
Lemmy Kilmister, wärst Du 35 Jahre jünger und eine Frau, ich würde vom Fleck weg um Deine Hand anhalten. Da Du dann aber nicht der wärest, der Du bist, freue ich mich stattdessen über ein hervorragendes Motörhead-Konzert.(josi)

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„We are Motörhead…“

6. August 2011

„…and we play Rock’n’Roll.“ Und mehr als Lemmys Ansage kann man dazu auch nicht sagen. Ich melde mich erstmal ab. Kann nicht arbeiten, muss Motörhead gucken, hören, atmen. (josi)

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Hormoneller Überschwang

6. August 2011

Von allerlei Metalspielarten fast schon übersättigt, sehne ich mich nach nacktem, dreckigen Rock.
Und da es bis Motörhead noch ein klein wenig dauert, gebe ich mir zur Einstimmung noch eine große Portion kanadischen Schweinerock. Danko Jones meckert über die nach Patchouli riechenden Folkfans in seiner Heimat, preist die Vorzüge der ein Suicidal Tendencies-Shirt tragenden jungen Frau in der ersten Reihe und kündigt grinsend ein Lied über Oralsex an. Das Testosteron droht, das Gelände zu fluten. Ich fühle schon, wie mir noch ein paar Haare mehr auf der Brust wachsen. Nach Lemmy sehe ich vermutlich aus wie Bigfoot. (josi)

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Döp Döp Döp…

6. August 2011

Puh, beinahe vergessen. Mambo Kurt auszulassen, wäre schließlich einem metallischen Sakrileg gleichgekommen. Der King Of Heimorgel haut in die Tasten und alle machen mit: Dank des Mannes mit der übergroßen Sonnenbrille kommt auch Hans-Peter Baxxter von Scooter in den Genuss, von euphorisierten Metalheads gefeiert zu werden. Wäre er in Person anwesend, würde der Kirmestechnostar vermutlich sofort verjagt werden. Wenn Mambo aber den Mitgröl-Beat von „Maria (I Like It Loud)“ anstimmt, gibt es kein Halten mehr. Und auch ich erwische mich schnell beim Mitbrüllen: „Döp Döp Döp Dödö Döp Döp Döp…“
Das Wackeln im Video liegt übrigens nicht an mir, sondern an den anderen vier Verrückten, die mit mir auf dem Klapptisch standen: „Du bist Reporter oder so was, ne? Hab ich gleich gesehen.“ Verdammt, schon wieder erwischt. Aber einen „oder so was“ erkennt man anscheinend auf drei Meilen gegen den Wind. (josi)

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Wacken 2012

6. August 2011

Nächstes Jahr sicher dabei: Die Scorpions mit ihrem letzten Open-Air-Auftritt, wie Rudolf Schenker gerade bei der Pressekonferenz erzählt.
Dazu gibt’s Gamma Ray, Amon Amarth, Hammerfall, Ministry, Cradle Of Filth und U.D.O. auf die Ohren.
Der Vorverkauf beginnt übrigens am 8. August um Mitternacht. Wecker stellen nicht vergessen! (josi)

Knorke, wa?!

6. August 2011

Stumpen und Co. sehen wieder herzallerliebst aus. Der Frontmann von Knorkator trägt einen beinfreien Strampelanzug, während Alf Ator mit einer safrangelben Robe auftrumpft. Und auch sonst ist alles, wie es sich für ein Konzert der Berliner gehört: Angewandter Schwachfug vereint sich mit reichlich Gedängel zu einem denkwürdigen Ereignis. Stumpen beweist ein ums andere Mal, dass er seine Stimme in Höhen zu schrauben vermag, die etwaig anwesende Fledermausfamilien in ernsthafte Verwirrung stürzen dürften, Alf Ator grollt sich durch den Frequenzkeller und Buzz Dee ist anwesend, raucht und greift in die Saiten.
Zwischen „Böse“ und anderen alten Schätzen streuen die Herren auch einen Titel „von der neuen Langspielplatte“ ein, die im nächsten Monat erscheint: Der Song heißt „Refrain“, und der Refrain desselben besteht aus genau einem Wort, das unschwer zu erraten ist. Genau, „Refrain“ ist der gesuchte Begriff. Wie habt ihr das bloß so schnell erraten? (josi)

Über dem W:O:A muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

6. August 2011

Wenn man genug hat von Menschen im Schrankwandformat direkt vor einem, schubsenden Pappnasen im Gedränge oder allgemein vom Trubel, den ein Festival nun mal mit sich bringt, dann empfiehlt sich ein Besuch bei den Damen und Herren von Hörnerwhisky. Pardon, Jägermeister.
Die haben nämlich auch in diesem Jahr wieder ihren Kran dabei.

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Der entführt glückliche Gewinner und schwindelfreie Autoren für eine kurze Weile in himmlische Gefilde.
Dutzende Meter über allen anderen sitze ich gut verschnürt in einem bequemen Sessel, werde bespaßt und mit Getränken versorgt. Am liebsten würde ich noch ein bisschen länger hier bleiben. Aber weder Quengeln noch Betteln helfen, unaufhaltsam nähert sich der Erdboden.

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Der Höhenflug hat noch einen Vorteil: Das Gequake von Dir En Grey wird hoch oben locker von der Bar-eigenen Anlage übertönt. (josi)

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Schnäppchenjäger aufgepasst

6. August 2011

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Wenn man sein schweineteures Equipment nicht zurückersteigern möchte, sollte man diese im Pressezelt angebrachte Drohung besser ernst nehmen… 🙂 (josi)

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