Hamburger Abendblatt

Reeperbahnfestival 2011

Swing time is good time, good time is better time

24. September 2011

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Kleinstadthelden, Großstadtschurken

24. September 2011

20110924-161400.jpg Und weiter geht es mit regionalen Spezialitäten-Showcases. Im Glanz & Gloria präsentieren die Städte Bremen und Groningen (Heimat des Eurosonic-Festivals) die Bands Kleinstadthelden und Eisenhower. Nordish by nature. In südlichere Gefilde geht es im On Air: „Meet the Austrians“. Österreich umgarnt.

Das Land, dass uns erst Freddy Quinn, dann Falco und später Christina Stürmer schickte, stellt sich beim Reeperbahn-Festival mit dem Grazer Indie-Songschreiber Effi nebst Band vor. Kein wirkliches Erweckungserlebnis, der Deckenventilator ist spannender. Ja Panik wäre jetzt nicht schlecht, aber die spielen erst in späteren Stunden im Gruenspan. Zu dumm. Obwohl: Mit der Zeit kommt Effi aus dem Quark in hübsche, sommerliche Disco- und Popgefilde. Nett. Also nettnett, nicht die kleine Schwester von scheiße. (tl)

Gegensätze

24. September 2011

20110924-023239.jpgEine androgyne, schmale Gestalt mit einer Nerdbrille steht beim Kanada-Showcase im Kukuun. Die Gitarre sieht aus, als ob sie zwei Nummern zu groß wäre.
Rae Spoon singt von Dunkelheit und Zerstörung, von Ungerechtigkeiten, während die Sonne durch das Fenster scheint. Seine Stimme weht hell und klar durch den Raum, kollidiert mit der verzerrten Gitarre. Anders, aber auf eine angenehme Weise. (josi)

Wer bin ich und wenn nein, warum?

24. September 2011

20110924-014723.jpgWarum ist? Soll sich Kollege Lange mit den tiefschürfenden philosophischen Fragen herumschlagen. Durch den grauen Schmodder, der mangels besserer Synonyme mal als mein Gehirn durchgehen soll, wandern viel konkretere Erwägungen.
Fällt es wohl auf, wenn ich alle weiteren Einträge vom Bett aus verfasse? Habe ich wirklich geglaubt, dass Whisky und Ingwerlimonade eine treffliche Kombination sind? War es tatsächlich schon hell, als ich ins Bett gestolpert bin? Wer spielt als nächstes? Was ist so toll an einem vekaufsoffenen Sonntag und wieso stelle ich mir diese Frage am Sonnabend?

„Ja“, „ja“, „ja“, „Rae Spoon“ und „Keine Ahnung“. Schön, dass wir das geklärt haben. Neben mir in der S-Bahn basteln sich Menschen Schinkenbrötchen, vor mir randaliert der erste Junggesellenabschied des Tages. Warum ist? Warum nicht? (josi)

Lass uns Müdigkeit vortäuschen

24. September 2011

20110924-044957.jpg Blitzschlag! Was lag zwischen Triggerfinger und hier? Wer weiß das schon. Es ist Aftershow-Party im Planet Pauli. Es ist 90er-Jahre-HipHop und Eurodance. Paare umschlingen sich mit Zungen, Singles sind auf der Suche nach Hingabe, für den nächsten Song, für den Rest der Nacht. Schlimm hier! Warum sind wir hier? Warum ist es fünf Uhr am Morgen? Warum ist?

Weg hier! Eine Hand wird ergriffen, ein leerer Becher muss dafür weichen. Die Nebelmaschine wirft sich ins Zeug, durch die Schwaden winkt Josi zum Abschied. Mach’s gut, der Morgen ist nah, der nächste Festival-Abend ist nicht fern genug. Warum ist? Rauschen im Ohr. (tl)

Happiness is a warm gun

24. September 2011

20110924-012750.jpg „Triggerfinger? Die lagen bei uns jahrelang im Stapel der Aussortierten“, erzählt uns eine Konzert-Promoterin. Und wir würden ihr gern links und rechts eine schallern, würden wir sie nicht so lieb gewonnen haben – weil sie so eloquent ist. Und verdammt hübsch. Aber Triggerfinger… hey…

1998 wurde das klassische Power-Trio in Antwerpen gegründet, und seitdem muss die Band mit drei Alben irgendwie unter dem Radar durchgetaucht sein. Um dann plötzlich dieses Jahr das Reeperbahn-Festival aufzufegen.

Sie sind die hässlichste Combo des Kiez-Marathons: Sänger und Gitarrist Ruben Block ist ein Zwilling des späten Burt Reynolds. Bassist Paul van Bruystegem könnte jederzeit als Rausprügler in den übelsten Kiez-Fallen anfangen. Und Trommler Mario Goossens sieht so aus wie Creams Ginger Baker nach zehn durchwachten Zechnächten. Und trommelt ebenso gut. Zusammen hauen sie das platzende Silber zu klump. Es ist Rock’n’Roll so räudig wie nächtlicher Katzenjammer, dem Mond entgegen. Refrains zum Niederknien, Dynamik zum Aufspringen. Black Sabbath, Blue Cheer, Steamhammer, Led Zeppelin und Blue Öyster Cult sind Wurzeln, Eagles Of Death Metal, Kyuss, De Staat und andere Stoner-Rocker benachbartes Geäst. Und doch sind die drei Triggerfinger an diesem Abend unter den Discokugeln des Silbers der einzige glühende, rauchende Colt auf der Reeperbahn. Heavy as a really heavy thing.

Schon unplugged hinterließen die Belgier einen tollen Eindruck bei „Ray’s Reeperbahn-Revue“. Aber der Volldampf, der vollverstärkt durch das Silber faucht, ist der schiere Wahnwitz. Irgendwelche Einwände, HERR Josefowicz? (tl)

Nö! (josi)

I bet you look good on the dancefloor

23. September 2011

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Langweilen auf hohem Niveau

23. September 2011

20110923-101503.jpg Singer/Songwriter-Pop mit Geige, E-Klavier und bedeutungsschwangerem Ins-Mikro-Atmen. Kann man machen. Stattdessen könnte man sich aber auch die Fußnägel schneiden. Julia Marcell stehen auf der Bühne des Café Keese und tun niemandem weh.
Wenn es hier statt Warsteiner auch Bier geben würde, vielleicht würden wir noch ein wenig ausharren. Aber so? Wo ist mein Nagelknipser? (josi)

Wegen Überfüllung geöffnet

23. September 2011

20110923-212929.jpg Es ist Freitag. Das heißt: Es wird anstrengend. Gruenspan und Große Freiheit 36 melden Einlass-Verzögerungen, daher weichen wir auf abgelegenere Kiez-Ecken aus. Puste. Kuchen. Im und vor dem Silber geht beim Auftritt von Bleech nicht viel außer einer geduldigen Schlange. Das System: zwei raus und einer rein. Um die Ecke in der Hasenschaukel sieht es bei Nick & Liesl nicht besser aus. Platt gedrückte Nasen hinterlassen Schlieren am Fenster. Auf die Spitze wird das Gedrängel bei den Ska-Niederländern Bazzookas getrieben, die auf dem Spielbudenplatz in einem alten Ami-Schulbus spielen. Und das Ding wackelt!

Woher? Wohin? Was nun? Bei The Get Up Kids im Docks ist noch Platz. Vielleicht hatten die Festivalbesucher schon eine Ahnung, dass der Highschool-Rock aus Kansas City genauso nichtssagend ist wie der der Kollegen Marke Blink-182. Die vor 15 Jahren gegründeten Stehaufkinder gelten sogar als Vorreiter in diesem Genre. Schön für sie. Mach das weg! (tl)

Nee, wat schön

23. September 2011

20110923-082207.jpgBotticellis Venus kann sich getrost zurück in ihre Muschel verziehen und die gesamte halbverhungerte Topmodelriege gleich mitnehmen.
The Pleasants aus Boston haben die Molotow Bar bis zum Rand gefüllt – zugegebenermaßen keine allzu komplizierte Aufgabe – und die gesamte männliche Zuschauerschaft nimmt nicht viel wahr außer Amanda Rogers.

Diese Haare, diese Lippen. Unbestätigten Gerüchten zufolge ist auch Kompagnon Mike Matta ziemlich gutaussehend. Aber das kann ich als heterosexueller Mann nicht so gut beurteilen.

Man flüstert, dies sei ein Musik-Blog, also sollte ich wohl auch noch zwei-drei Wörter zur Musik verlieren: die Songs sind hübsch, folkig-nachdenklich, nichts in dem Sinne Umwerfendes. Aber diese Stimme… *hüstel* Hat mal wer nen Eimer kaltes Wasser? (josi)

Jup. Da hilft nur, an irgendwas Häßliches zu denken. Ist die schön… ähh… die Musik… ja die Musik… ganz sicher die Musik. (tl)

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