Hamburger Abendblatt

Titel jetzt abrollen!

29. September 2011

20110929-100112.jpg Volljährig ist das Filmfest Hamburg schon im vergangenen Jahr geworden. Entsprechend erwachsen kommt das Programm in diesem 19. Jahr daher, auch wenn es natürlich für die jungen Zuschauer das Michel Kinder- und Jugendfilmfest gibt. Nachdenklich schaut Nina Hoss auf dem Foto aus „Fenster zum Sommer“. Im magisch-romantischen Film von Hendrik Handloegten geht sie abends an der Seite ihres neuen Freundes August (Mark Waschke) in Finnland schlafen und wacht am nächsten Morgen bei ihrem alten Freund Philipp (Lars Eidinger) einige Monate vorher in Berlin wieder auf. Traum oder Albtraum? Wie soll sie die Zeit nutzen, die vor ihr liegt? Soll sie die Ereignisse beim zweiten „Durchlauf“ verändern?

Ein Höhepunkt dürfte die Deutschland-Premiere des Krebsdramas „Halt auf freier Strecke“ werden. Taschentücher einpacken! Der Regisseur des bewegenden Films, Andreas Dresen, und sein Produzent Peter Rommel bekommen in diesem Jahr den Douglas-Sirk-Preis. Joachim Gauck hält die Laudatio auf die Preisträger.

Spannung verspricht „Headhunters“. Morten Tyldum hat einen Krimi von Jo Nesbø verfilmt, in dem ein Personal-Scout für Führungskräfte ein Doppelleben führt. Seinen Luxus finanziert er mit Geld, das er seinen Klienten stiehlt. Neugierig sein darf man auch darauf, was „Sin nombre“-Regisseur Cary Fukunaga in seiner Verfilmung aus Charlotte Brontës Klassiker „Jane Eyre“ gemacht hat. Er verspricht eine Mischung aus Psychodrama, Horrorfilm und Krimi. US-Regisseur Gus van Sant erzählt in „Restless“ vom sonderbaren Enoch, der mit dem Geist eines japanischen Kriegspiloten befreundet ist. Bis er die lebensfrohe, aber todkranke Annabel kennenlernt.

Das Filmfest präsentiert auch wieder eine Reihe von Dokumentationen. Eine davon: Angelina Maccarones ungewöhnliches Porträt in neun Stationen einer berühmten Schauspielerin: „Charlotte Rampling – The Look“. Und wer Elmar Wepper in „Kirschblüten“ gern zugesehen hat, sollte ihn in Christian Züberts Culture-clash-Komödie „Dreiviertelmond“ nicht verpassen. Da kümmert er sich als grantelnder Taxifahrer widerstrebend, aber liebevoll um ein verlassenes, sechs Jahre altes türkisches Mädchen. (vob)