Hamburger Abendblatt

Zeltplatz-Entertainment

19. Juni 2011

Oje. Das Festival fordert Tribut. Während wir schon um den Frühstückstisch herumsitzen, wandert eine Kollegin noch zwischen Dusche und Lager umher. Irgendwann nähert sie sich. Aber nicht aus der erwarteten Richtung. Gedankenverloren hat sie ein wenig die Orientierung verloren. Aber diese ganzen Iglu-Zelte sehen halt auch exakt gleich aus. Und verpasst hat sie ohnehin nichts.

Denn das morgendliche Unterhaltungsprogramm fällt aus. Am Sonnabend versuchten unsere Nachbarn noch verzweifelt, ein Sonnensegel zwischen zwei Autos zu spannen. Über eine Viertelstunde hinweg mühten sich die Herren, knoteten, entknoteten und standen verwirrt in der Gegend herum. Schließlich gaben sie auf. Anscheinend endgültig. Schade.

Entertainment ist aber auch im Sanitärwesen zu haben. Die Duschen nämlich stellen klein gewachsene Menschen vor größere Probleme. Der Knopf, der das ersehnte heiße Nass fließen lässt, ist oben am Duschkopf, also in deutlich mehr als zwei Metern Höhe. Wer nicht mindestens 1,65 m misst, tut sich bei der morgendlichen Reinigung sehr sehr schwer. Ein kurzes Grinsen, ein kurzer Griff, Problem gelöst. Man ist ja kein Unmensch. (josi)