Hamburger Abendblatt

Alles nass, alles gut: Besonders im Zelt

19. Juni 2011

Everything Everything sind wirklich nicht zu beneiden. Denn den das britische Quartett hat den undankbaren 12 Uhr-Slot am Sonntag abbekommen. Vermutlich sind drei Viertel aller Leute noch mit Aufwachen und Sich-An-Den-Eigenen-Namen-Erinnern beschäftigt, mental und physisch weit entfernt von aufnahmebereit.
Nur eine Handvoll Leute hat sich ins Zelt verirrt, wer wegen der Band und wer wegen des Regens hier ist, ist nicht ganz klar.
Aber immerhin: Die Anwesenden werden mit einem feinen Pop-Postpunk-Elektro-Irgendwas-Bastard belohnt. Und schon scheint wieder die Sonne. Zumindest im Kopf.
Bei Evaline und Tusq, den Opener der Green und Blue Stage dürfte hingegen auch die Stimmung zur Wetterlage passen. Neben dem Häuflein Unerschrockener wirken die Pi mal Daumen 500 Leute im Zelt wie eine Riesenmasse. Und zumindest die Hamburg-Berlin-Indie-Allstar-Truppe Tusq hätte deutlich Zuhörer für ihre melancholisch-melodischen Songs verdient. Weather, thou art a heartless bitch.
Doch es braucht schon etwas mehr als einige Tropfen, um Festivalprofis vom Feiern abzuhalten. Schon zwei Stunden später hat sich das Gelände in eine Modenschau für professionelle und kreativ improvisierte Regenkleidung verwandelt.
Hurricane: 1 Regenwetter: 0. (josi)