Hamburger Abendblatt

Keine verschwurbelten Beziehungskisten

15. Februar 2011

Nicht jeder ist wild auf die Filme von Oskar Roehler, der die Berlinale immer mal wieder mit Streifen wie „Der alte Affe Angst“, „Elementarteilchen“ oder zuletzt „Jud Süß“ beglückt hat. Im Gegenteil. Alle, die den 52-Jährigen nicht für den einzig wahren Fassbinder-Erben halten, freuen sich darüber, dass sie im diesjährigen Wettbewerb keine von Roehlers verschwurbelten Beziehungskisten absitzen müssen. Offenbar hatte Roehler letztes Jahr aber auch gar keine Zeit zu drehen. Er habe einen Roman geschrieben, erklärte der Filmemacher jetzt am Rande des Festivals. Und dass ihm der Büchner-Preis sowie wichtiger sei als der Oscar! Wer das hörte, dem stand erst mal der Mund offen. (Barbara Möller)