Hamburger Abendblatt

Überall Musik. Wirklich überall.

25. September 2010

Als ob die mehr 180 Bands noch nicht genug wären, der Kiez hält auch seine ganz eigene musikalische Unterhaltung bereit: Auf dem Weg zum Docks werde ich von einem bärtigen Mann mit Filzhut angerappt. Sein Freestyle beschreibt mich, die Umgebung und sich selbst so schön und lustig, dass ich hektisch beginne, meine Hosentaschen nach Kleingeld zu durchforsten. Wer so kreativ schnorrt, hat eigentlich mehr als nur Münzen verdient, aber eine Recording Session habe ich leider nicht in der Tasche.

Lauffaul, wie ich bin, beginne ich den Konzertabend im Docks. The Broken Beats sind heute erst aus Århus angereist, die Fahrt hat aber keine sicht- oder hörbaren Spuren hinterlassen. Kim Munk schraubt seine Stimme mühelos in Höhen, die ernsthafte Zweifel an seiner Zeugungsfähigkeit aufkommen lassen, kommt aber beruhigenderweise auch schnell wieder in normalere Regionen, bevor die Gläser in den Regalen zerbrechen.

Apropos Zerbrechen: Warum haben die Dänen eigentlich diesen Namen gewählt? Das Power-Pop-Programm (so, endlich alliterier ich auch mal in der Gegend herum) wirkt wie aus einem Guss, keinesfalls geborsten oder sonstwie kaputt. Außerdem mag ich Bands mit Bassistinnen. Und singen kann Line Hoeck auch noch. Da schleicht sich doch schon wieder gute Laune ein… (Alexander Josefowicz)