Hamburger Abendblatt

Mit Beats für und wider die Gesellschaft

25. September 2010

Manchmal fragt man sich, warum Audiolith-Bands überhaupt noch unter ihrem eigenen Namen auftreten. Schließlich artet fast jedes Konzert in eine Label-Party aus. So auch heute zu fortgeschrittener Stunde im Uebel & Gefährlich. Saalschutz sind angesagt, Saalschutz treten auf, aber längst nicht nur die. Egotronic, der Pandabär und Labelchef Lars Lewerenz turnen ebenfalls über die Bühne, auch die Bayern von Frittenbude wurden erfolgreich im Publikum ausgemacht. Ravepunk für eine bessere Welt? Ja, gerne.

Mit den Audiolith-Chaoten wird der Hedonismus zum Gesellschaftskonzept, die Gesellschaft zum sozialen Happening, das Clubkonzert zum politischen Event. Aber mit Spaß und ohne den erhobenen Zeigefinger, bitteschön. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn. Obwohl der durch die Betonmauern wohl eher weniger vom Umsturz auf Beat-Ebene mitbekommt. (Alexander Josefowicz)