Hamburger Abendblatt

Da draußen ist alles voll Bass

21. Juni 2010

Unser persönliches Festival-Finale führt uns über drei Bühnen. Zwei Hamburger Local Heroes und ein englischer Klassiker des gepflegten Elektro-Gedengels treten auf. Deichkind, Bratze und Faithless heißen die Protagonisten, und Bratze hat definitiv das kürzeste Streichholz gezogen. Durch die Running Order zwischen den beiden anderen eingepfercht und auf die seit Frittenbudes Auftritt ungeliebte White Stage verbannt, gehen wir mit gemischten Gefühlen zum Zelt.

Gerade noch der vollständige Ausnahmezustand bei Deichkind, und jetzt? Die schlimmsten Befürchtungen treffen nicht ein. Das Zelt ist nicht leer, Bratze hat genügend Strahlkraft, um den Raum vor der Bühne zumindest halb zu füllen. Das bedeutet 1000 Fans, die die beiden Hamburger gebührend feiern. Und Faithless auf der Hauptbühne funktioniert schon seit den Neunzigern; bei dem Sound kann man nur zustimmen: „I can’t get no sleep.“ Einfach unschlafbar, trotz leichter Auflösungserscheinungen am dritten Tag im Scheeßel. (Alexander Josefowicz)